Geld ins Ausland überweisen – IBAN, SWIFT & Kosten im Überblick
Geld ins Ausland überweisen: SEPA vs. SWIFT, typische Kosten (15–50 Euro plus Wechselkurs-Aufschlag), Dauer, OUR/SHA/BEN erklärt und wie Sie die richtigen Daten herausfinden.
Eine Überweisung innerhalb der EU ist heute so einfach wie eine Inlandsüberweisung: IBAN rein, kostenlos, ein Werktag. Sobald Sie dagegen Geld nach New York, Istanbul oder Bangkok schicken, kommen Wechselkurs-Aufschläge, Korrespondenzbank-Gebühren und Laufzeiten von mehreren Tagen dazu. Dieser Leitfaden erklärt den Unterschied zwischen SEPA und SWIFT, was eine Auslandsüberweisung realistisch kostet und wie Sie typische Fallstricke vermeiden.
Geld ins Ausland überweisen – was Sie wissen müssen
Ob Miete für die Ferienwohnung in Kroatien, Unterstützung für Verwandte in der Türkei oder eine Geschäftsrechnung in die USA – internationale Überweisungen gehören zum Alltag. Doch die Kosten, Dauer und benötigten Daten unterscheiden sich erheblich, je nachdem ob Sie innerhalb oder außerhalb des SEPA-Raums überweisen.
Dieser Leitfaden erklärt den Unterschied zwischen SEPA- und SWIFT-Überweisungen, welche Daten Sie benötigen und wie Sie Gebühren sparen.
SEPA vs. SWIFT – wann welche Überweisung?
SEPA-Überweisung (innerhalb Europas)
Die SEPA-Überweisung (Single Euro Payments Area) gilt für 36 Länder: alle EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Monaco, San Marino, Vatikanstadt und Großbritannien. Sie benötigen ausschließlich die IBAN des Empfängers – ein BIC ist seit 2016 für grenzüberschreitende SEPA-Zahlungen nicht mehr verpflichtend.
Vorteile:
- Kosten: Wie eine Inlandsüberweisung – kostenlos oder maximal wenige Cent
- Dauer: Maximal 1 Bankarbeitstag (Echtzeitüberweisungen unter 10 Sekunden)
- Währung: Immer in Euro, keine Wechselkursgebühren
SWIFT-Überweisung (weltweit)
Für Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums oder in Fremdwährungen wird das SWIFT-Netzwerk genutzt. SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) verbindet über 11.000 Banken in mehr als 200 Ländern.
Merkmale:
- Kosten: Zwischen 15 und 50 Euro pro Überweisung (plus mögliche Korrespondenzbank-Gebühren)
- Dauer: Typischerweise 2 bis 5 Bankarbeitstage
- Währungsumrechnung: Zusätzliche Kosten durch Wechselkursmarge der Bank (oft 1–3 % über Mittelkurs)
Welche Daten brauche ich?
| Angabe | SEPA | SWIFT |
|---|---|---|
| Empfängername | Ja | Ja |
| IBAN | Ja | Ja (falls vorhanden) |
| BIC/SWIFT-Code | Nein (optional) | Ja |
| Bankname & Adresse | Nein | Oft erforderlich |
| Verwendungszweck | Ja | Ja |
| Betrag & Währung | EUR | Frei wählbar |
Für eine SWIFT-Überweisung ist der BIC/SWIFT-Code der Empfängerbank zwingend erforderlich. Sie finden ihn mit unserem Tool zum SWIFT-Code ermitteln oder über den BIC-Rechner. Die IBAN des Empfängers können Sie vorab mit dem IBAN Validator auf Gültigkeit prüfen.
Kosten einer Auslandsüberweisung
Die Gesamtkosten einer internationalen Überweisung setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:
1. Überweisungsgebühr der eigenen Bank
Ihre Hausbank berechnet eine Grundgebühr für die Auslandsüberweisung. Diese liegt bei den meisten deutschen Banken zwischen 10 und 50 Euro, abhängig vom Zielland und Betrag.
2. Korrespondenzbank-Gebühren
Bei SWIFT-Überweisungen wird das Geld häufig über Korrespondenzbanken (Intermediärbanken) geleitet. Jede zwischengeschaltete Bank kann eine eigene Gebühr abziehen – typischerweise 5 bis 30 Euro. Je „exotischer” das Zielland, desto mehr Zwischenstationen sind nötig.
3. Wechselkursaufschlag
Wenn Sie in einer Fremdwährung überweisen, berechnet Ihre Bank einen Aufschlag auf den Wechselkurs. Dieser liegt bei Filialbanken oft bei 1 bis 3 Prozent über dem tatsächlichen Marktkurs (Mittelkurs). Bei einem Betrag von 1.000 Euro können das schnell 10 bis 30 Euro zusätzliche Kosten sein.
Gebührenoptionen: OUR, SHA, BEN
Bei einer SWIFT-Überweisung können Sie festlegen, wer die Gebühren trägt:
| Option | Bedeutung | Wer zahlt |
|---|---|---|
| OUR | „Unsere Kosten” | Sender zahlt alle Gebühren (eigene Bank + Korrespondenzbanken) |
| SHA | „Shared/geteilt” | Sender zahlt eigene Bankgebühren, Empfänger die Korrespondenzbank-Gebühren |
| BEN | „Beneficiary/Empfänger” | Empfänger zahlt alle Gebühren (werden vom Betrag abgezogen) |
Empfehlung: Wählen Sie OUR, wenn der volle Betrag beim Empfänger ankommen soll – etwa bei Rechnungszahlungen oder Unterstützung für Angehörige. Bei SHA (Standard) oder BEN wird dem Empfänger ein geringerer Betrag gutgeschrieben.
Dauer: Wann kommt das Geld an?
| Überweisungsart | Dauer |
|---|---|
| SEPA-Überweisung | 1 Bankarbeitstag |
| SEPA-Echtzeitüberweisung | Unter 10 Sekunden |
| SWIFT innerhalb Europas | 1–3 Bankarbeitstage |
| SWIFT außerhalb Europas | 2–5 Bankarbeitstage |
| SWIFT in exotische Länder | Bis zu 7 Bankarbeitstage |
Die tatsächliche Dauer hängt von der Anzahl der Korrespondenzbanken, dem Zielland und Compliance-Prüfungen ab. Wochenenden und Feiertage (sowohl im Absender- als auch im Empfängerland) verlängern die Laufzeit.
Beliebte Zielländer für Überweisungen aus Deutschland
Deutschland gehört zu den Ländern mit dem höchsten Volumen an Auslandsüberweisungen in Europa. Die häufigsten Zielländer:
| Land | IBAN-Länge | Überweisungsweg | Länderseite |
|---|---|---|---|
| Türkei | 26 Zeichen | SWIFT (nicht SEPA) | Türkei |
| Polen | 28 Zeichen | SEPA | Polen |
| Kroatien | 21 Zeichen | SEPA (seit EU-Beitritt) | Kroatien |
| Serbien | 22 Zeichen | SWIFT | Serbien |
| Bosnien und Herzegowina | 20 Zeichen | SWIFT | Bosnien und Herzegowina |
| Ukraine | 29 Zeichen | SWIFT | Ukraine |
| Kosovo | 20 Zeichen | SWIFT | Kosovo |
Für jedes dieser Länder finden Sie auf unseren Länderseiten das korrekte IBAN-Format, Beispiel-IBANs und den passenden BIC/SWIFT-Code.
Tipps für günstigere Auslandsüberweisungen
1. SEPA nutzen, wenn möglich
Prüfen Sie immer zuerst, ob das Zielland im SEPA-Raum liegt. Falls ja, überweisen Sie per SEPA – das ist deutlich günstiger und schneller als eine SWIFT-Überweisung. Eine Überweisung nach Polen oder Kroatien funktioniert beispielsweise per SEPA.
2. Wechselkurs vergleichen
Wenn Sie in Fremdwährung überweisen müssen, vergleichen Sie den angebotenen Kurs Ihrer Bank mit dem aktuellen Mittelkurs (z.B. auf EZB- oder Reuters-Seiten). Die Differenz ist Ihr tatsächlicher Kostenpunkt.
3. Gebührenoption bewusst wählen
Bei regelmäßigen Überweisungen an denselben Empfänger lohnt es sich, die OUR-Option zu wählen. So kommt immer der volle Betrag an und der Empfänger hat keine Abzüge.
4. IBAN und BIC vorab prüfen
Fehlerhafte Bankdaten führen zu Rücklastschriften – und die kosten zusätzliche Gebühren. Prüfen Sie die IBAN des Empfängers mit dem IBAN Validator und ermitteln Sie den BIC über den BIC-Rechner, bevor Sie die Überweisung aufgeben.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Überweisung in die Türkei einen BIC?
Ja. Die Türkei ist kein SEPA-Mitglied, daher benötigen Sie für Überweisungen dorthin neben der IBAN auch den BIC/SWIFT-Code der türkischen Empfängerbank. Den BIC finden Sie über unser Tool zum SWIFT-Code ermitteln. Das IBAN-Format der Türkei (26 Zeichen) erklären wir auf der Seite IBAN Türkei.
Was kostet eine SEPA-Überweisung ins Ausland?
Eine SEPA-Überweisung innerhalb des Euro-Raums darf laut EU-Verordnung nicht mehr kosten als eine Inlandsüberweisung. Bei den meisten Banken ist sie kostenlos. Überweisungen in SEPA-Länder mit anderer Währung (z.B. Polen in Zloty) können jedoch Wechselkursgebühren verursachen, wenn Sie nicht in Euro überweisen.
Warum dauert meine Auslandsüberweisung so lange?
SWIFT-Überweisungen laufen über Korrespondenzbanken, die als Vermittler zwischen Absender- und Empfängerbank fungieren. Jede Zwischenstation benötigt Zeit für die Verarbeitung und Compliance-Prüfung. Feiertage im Zielland, Zeitzonenunterschiede und erhöhte Sicherheitsprüfungen bei bestimmten Ländern verlängern die Laufzeit zusätzlich.
Kann ich eine Auslandsüberweisung zurückholen?
Bei SEPA-Überweisungen haben Sie kein generelles Rückrufrecht, können aber Ihre Bank um einen Rückruf bitten – die Empfängerbank ist jedoch nicht zur Rückgabe verpflichtet. Bei SWIFT-Überweisungen ist ein Rückruf möglich, solange das Geld noch nicht gutgeschrieben wurde, kostet aber häufig eine zusätzliche Gebühr von 20 bis 40 Euro. Handeln Sie in jedem Fall so schnell wie möglich.
Rechenbeispiel: 1.000 Euro in die USA überweisen
Um die tatsächlichen Gesamtkosten zu verdeutlichen: Eine Überweisung von 1.000 Euro an ein Konto bei JPMorgan Chase in New York, in US-Dollar.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Grundgebühr Hausbank (Sparkasse, 0,25 % vom Betrag, min. 15 Euro) | 15,00 € |
| Wechselkurs-Aufschlag (2 % über EZB-Mittelkurs) | ~20,00 € |
| Korrespondenzbank-Gebühr (SHA, typisch) | ~15,00 € |
| Gesamtkosten | ~50 Euro bei 1.000 Euro Überweisungsbetrag |
| Beim Empfänger ankommt | ~945 USD (bei 1,07 EUR/USD) |
Mit Gebührenoption OUR würden die Korrespondenzbank-Gebühren wegfallen (der Empfänger bekommt die volle Summe), dafür steigen die eigenen Kosten um 15–30 Euro. Der Wechselkurs-Aufschlag bleibt immer, unabhängig von der Gebührenoption.
Vergleich Fintech-Dienste: Wise (ehemals TransferWise), Revolut oder N26 bieten für denselben Transfer oft Gesamtkosten zwischen 5 und 15 Euro bei Mittelkurs-Nähe. Der Nachteil: Zielland und Währung müssen unterstützt werden, und bei hohen Beträgen oder geschäftlichen Zahlungen verlangen Fintechs zusätzliche Legitimations-Schritte.
Unterm Strich
Innerhalb Europas ist die Überweisung ins Ausland heute ein Alltagsvorgang – IBAN eingeben, absenden, fertig. Außerhalb Europas lohnt ein genauer Blick auf Gebühren, Wechselkurs und Empfangsoptionen; eine SWIFT-Überweisung für 1.000 Euro kann bei der Hausbank schnell 40 bis 50 Euro kosten, bei Fintechs oft ein Drittel davon. Vorab die IBAN mit dem IBAN-Validator prüfen und den BIC über den BIC-Rechner ermitteln spart in beiden Fällen Zeit und Rückbuchungs-Gebühren.
Quellen
Von Mateusz Viola · Zuletzt geprüft