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Mateusz Viola ·

Was ist ein BIC-Code? Aufbau, Bedeutung und Verwendung erklärt

BIC-Code verständlich erklärt: Aufbau (8 oder 11 Zeichen), Unterschied zum SWIFT-Code, wann Sie ihn brauchen, häufige Fehler und wie Sie ihn zuverlässig finden.

Der BIC ist der internationale Personalausweis einer Bank: acht oder elf Zeichen, weltweit eindeutig, vergeben von SWIFT. Wer heute eine SEPA-Überweisung macht, braucht ihn meist nicht mehr. Bei Überweisungen in die USA, die Schweiz oder nach Großbritannien dagegen geht ohne BIC nichts. Wie der Code aufgebaut ist, wann er Pflicht ist und wo du ihn findest, klärt dieser Artikel.

BIC, SWIFT-Code, SWIFT-BIC – gibt es da einen Unterschied?

Nein. BIC steht für Business Identifier Code und ist seit 2009 der offizielle Name. Vorher hieß er Bank Identifier Code, und im Banking-Alltag tauchen bis heute drei synonyme Begriffe auf: BIC, SWIFT-Code, SWIFT-BIC. Gemeint ist immer dasselbe.

Der Grund für das Namens-Chaos: Der Code wird von der belgischen Genossenschaft SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) vergeben und verwaltet. SWIFT betreibt das weltgrößte Netzwerk für den sicheren Austausch von Finanznachrichten. Wer am SWIFT-Netzwerk teilnimmt, bekommt einen BIC. Das sind nicht nur Banken, sondern auch Broker, Clearinghäuser und Wertpapier-Dienstleister – deshalb wurde “Bank” aus dem Namen gestrichen.

Der Standard hinter dem BIC heißt ISO 9362 und legt seit 1983 fest, wie der Code aufgebaut ist. Die aktuelle Version ISO 9362:2022 ist weltweit in über 200 Ländern in Kraft.

Der Aufbau: acht oder elf Zeichen in vier Blöcken

Ein BIC besteht aus vier festen Blöcken mit insgesamt 8 oder 11 Zeichen. Die ersten acht sind immer identisch für eine Bank in einem Land, die letzten drei (optional) kennzeichnen eine einzelne Filiale.

BIC-Aufbau am Beispiel COBADEFFXXX (Commerzbank Frankfurt) Bankcode COBA 4 Buchstaben Commerzbank Ländercode DE 2 Buchstaben Deutschland (ISO 3166) Standort FF 2 Zeichen Frankfurt Filiale (optional) XXX 3 Zeichen Hauptstelle = COBADEFFXXX
Aufbau eines BIC am Beispiel der Commerzbank Frankfurt. Quelle: ISO 9362:2022.

Die einzelnen Blöcke im Detail:

PositionBezeichnungLängeBeispiel (Commerzbank)
1–4Bankcode4 BuchstabenCOBA
5–6Ländercode (ISO 3166)2 BuchstabenDE
7–8Standortcode2 ZeichenFF (Frankfurt)
9–11Filialcode (optional)3 ZeichenXXX

Der vollständige BIC der Commerzbank-Hauptstelle lautet COBADEFFXXX oder kurz COBADEFF. Beide Varianten sind technisch gültig.

Warum steht am Ende oft “XXX”?

Die Endung XXX ist ein Platzhalter für die Hauptniederlassung. Sie wird eingesetzt, wenn eine Überweisung nicht an eine spezifische Filiale gehen soll, sondern an die Zentrale der Bank. In Deutschland ist das bei praktisch allen großen Banken der Regelfall – Filial-BICs vergeben heute nur noch wenige Institute, weil das Routing zentral über den Bankcode läuft.

Besonderheit: das siebte Zeichen

Der Standortcode an Position 7–8 verrät etwas über die Rolle der Bank: Steht dort an Position 7 eine 0, handelt es sich um eine Testadresse, die nicht für echten Zahlungsverkehr genutzt wird. Eine 1 markiert eine passive Teilnehmerin (empfängt Nachrichten, sendet aber nicht). Ein Buchstabe von A bis Z steht für eine normale aktive Filiale. Dieses Detail wird selten gebraucht, erklärt aber, warum manche BICs statt einer Ziffer einen Buchstaben enthalten.

Wann brauche ich den BIC überhaupt noch?

Die wichtigste Unterscheidung bei diesem Thema ist SEPA oder nicht SEPA.

SEPA-Raum: seit Februar 2016 verzichtbar

Für Überweisungen innerhalb der 36 SEPA-Länder (alle 27 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Monaco, San Marino, Andorra, Vatikan, Großbritannien) reicht die IBAN. Die empfangende Bank wird aus der IBAN abgeleitet, der BIC ist seit der Abschaffung des “IBAN-only”-Datums am 1. Februar 2016 optional.

In der Praxis akzeptieren alle deutschen Banken SEPA-Überweisungen ohne BIC-Angabe. Manche Online-Banking-Formulare lassen das Feld trotzdem noch anzeigen – wer es ausfüllt, schadet nichts, es wird nur technisch ignoriert.

Außerhalb SEPA: ohne BIC geht nichts

Sobald du außerhalb Europas überweist – USA, Kanada, Australien, Japan, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate –, ist der BIC zwingend erforderlich. Ohne korrekten BIC kennt das SWIFT-Netzwerk die empfangende Bank nicht und kann die Überweisung nicht routen.

Typische Fehlerquelle: Wer eine Dollar-Überweisung in die USA tätigt, braucht zusätzlich zum BIC oft noch einen ABA-Routing-Code (9-stellige Nummer, US-interner Standard) oder eine ACH-Nummer. Der BIC allein reicht für US-Transfers manchmal nicht; deine Bank sollte dich in solchen Fällen gezielt nach der jeweiligen Zusatzkennung fragen.

Verification of Payee seit Oktober 2025

Seit dem 9. Oktober 2025 gilt im gesamten SEPA-Raum die EU Instant Payment Regulation. Jede Bank muss vor der Ausführung einer Überweisung prüfen, ob der eingegebene Empfängername zur IBAN passt. Stimmt das Paar nicht überein, bekommst du eine Warnung. Der BIC spielt hier keine Rolle – die Prüfung läuft IBAN-basiert – aber die Regel zeigt, dass korrekte Empfängerdaten (IBAN + Name) heute wichtiger sind als je zuvor.

Fünf Wege, den BIC zu finden

  1. Kontoauszug – auf praktisch jedem Kontoauszug steht der BIC direkt neben oder unter der IBAN.
  2. Bankkarte – auf der Rückseite der Giro- oder Debitkarte ist der BIC aufgedruckt.
  3. Online-Banking – in den Kontodetails oder im Überweisungsformular unter dem Punkt “Empfängerdaten”.
  4. IBAN umwandeln – mit unserem IBAN-Validator kannst du den BIC automatisch aus der IBAN ableiten. Das Tool liest Bankleitzahl (Ziffer 5–12) aus der deutschen IBAN und schlägt den BIC in der Bundesbank-Datei nach.
  5. BLZ-Suche – wer nur die Bankleitzahl hat, nutzt unseren BIC-Rechner mit direkter BLZ-Eingabe.

BIC-Codes der 15 größten deutschen Banken

BankBIC
Deutsche BankDEUTDEFFXXX
CommerzbankCOBADEFFXXX
PostbankPBNKDEFFXXX
ING-DiBaINGDDEFFXXX
DKB (Deutsche Kreditbank)BYLADEM1001
N26 BankNTSBDEB1XXX
ComdirectCOBADEHDXXX
ConsorsbankCSDBDE71XXX
HypoVereinsbankHYVEDEMMXXX
TargobankCMCIDEDDXXX
Sparkasse Köln-BonnCOLSDE33XXX
Berliner SparkasseBELADEBEXXX
Hamburger SparkasseHASPDEHHXXX
Volksbank Rhein-RuhrGENODED1VRR
Raiffeisenbank (allg.)GENODEF1XXX

Die vollständige Liste mit über 15.000 Banken findest du in unserem Bankenverzeichnis.

Häufige Fehler im Umgang mit dem BIC

Verwechslung mit der IBAN. Die IBAN enthält Land, Prüfziffer, Bankleitzahl und Kontonummer in einem String (in Deutschland 22 Zeichen lang). Der BIC hat 8 oder 11 Zeichen und identifiziert nur die Bank – nicht das Konto. Für eine Überweisung brauchst du beide Informationen (außerhalb SEPA) oder nur die IBAN (innerhalb SEPA).

Tippfehler bei der Ziffer 0 und dem Buchstaben O. Im BIC gibt es beides: Ziffern und Buchstaben. Wer handschriftlich abschreibt, verwechselt schnell “0” und “O”. Beim Abtippen aus einer PDF am besten die Copy-Paste-Funktion nutzen.

Veralteter BIC nach Bankenfusion. Wenn zwei Banken fusionieren oder eine übernommen wird, ändert sich meist der BIC. Alte BICs bleiben oft noch einige Monate parallel gültig, können dann aber abgeschaltet werden. Wer regelmäßig ins Ausland überweist, sollte den BIC mindestens einmal jährlich über den Kontoauszug gegenprüfen.

Falscher Country-Code. Der Ländercode in Position 5–6 ist nicht frei wählbar. Er muss zur Bank passen, an die du überweist. Ein häufiger Fehler: Bei Schweizer Banken steht hier CH, bei britischen GB, bei österreichischen AT – auch wenn die Überweisung in Euro läuft.

Häufige Fragen

Sind BIC und IBAN dasselbe? Nein. Die IBAN identifiziert das Konto, der BIC die Bank. Innerhalb Europas steht der BIC in der IBAN drin (über die Bankleitzahl ableitbar), außerhalb muss er separat angegeben werden.

Kann der BIC abgeschafft werden? Für SEPA-Überweisungen ist er seit 2016 faktisch überflüssig. Für Transfers außerhalb Europas bleibt er Pflicht, weil nur SWIFT ein globales Banken-Netzwerk betreibt. Kurzfristig wird der BIC also nicht verschwinden.

Ist ein BIC mit 8 Zeichen weniger wertvoll als einer mit 11? Nein, beide sind gleichwertig. Die letzten drei Zeichen sind nur eine Filial-Angabe. Lässt du sie weg, landet die Überweisung automatisch bei der Hauptstelle.

Was passiert, wenn ich einen falschen BIC verwende? Bei SEPA-Überweisungen nichts – der BIC wird ignoriert. Bei internationalen Transfers kann die Überweisung zurückkommen, Gebühren kosten (typisch 20 bis 50 Euro pro fehlgeschlagenem SWIFT-Transfer) oder mehrere Tage Verzögerung verursachen.

Woher bekomme ich den BIC einer ausländischen Bank? Der Empfänger sollte ihn nennen, etwa in der Rechnung oder im Vertrag. Zusätzlich bietet SWIFT eine offizielle BIC-Suche an. Unser SWIFT-Code-Tool deckt die wichtigsten europäischen Banken ab.

Zum Mitnehmen

Der BIC ist der internationale Banken-Ausweis – acht oder elf Zeichen, aufgeteilt in Bankcode, Ländercode, Standort und optionalen Filialcode. Wer in Europa überweist, braucht ihn seit 2016 nicht mehr. Wer ins Ausland zahlt, kommt ohne BIC nicht weit. Ein Tippfehler kann teuer werden, deshalb lohnt es sich, den BIC aus der IBAN ableiten zu lassen statt ihn abzutippen – genau dafür gibt es den IBAN-Validator auf dieser Seite.

Quellen

Von Mateusz Viola · Zuletzt geprüft

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